Fasten für ein langes Leben?

Fasten gilt als vielversprechender Hebel für ein langes, gesundes Leben. Was passiert dabei im Körper – und wie viel Verzicht braucht Longevity tatsächlich?

Der Magen knurrt, der Kopf meldet Widerstand, die Stimmung kippt. Wer schon einmal gefastet hat, kennt diese Momente. Und doch berichten viele Menschen, dass sich nach ein, zwei Tagen etwas verändert: Der Hunger wird leiser, die Gedanken klarer, der Körper überraschend ruhig. Fasten fühlt sich plötzlich nicht mehr wie Verzicht an, sondern wie eine Pause – vom ständigen Essen, vom Dauerstress, vom „Immer-weiter“. Genau hier beginnt jene Wirkung, die in der Longevity-Forschung zunehmend Aufmerksamkeit bekommt. „Auch wenn nicht alle Fastenformen direkt miteinander vergleichbar sind, geht es beim Thema Langlebigkeit im Kern immer um Kalorienrestriktion“, sagt Longevity-Experte Marcus Lauk. Entweder isst man dauerhaft etwas weniger als sonst, oder man reduziert die Kalorienzufuhr phasenweise sehr stark. In der Wissenschaft gilt eine Zufuhr von unter 500 Kalorien pro Tag als Fasten. Unter dieser Schwelle werden zentrale Prozesse aktiviert, die mit gesundem Altern in Verbindung stehen. Einer davon betrifft die hormonelle Ebene: Sinkt die Kalorienzufuhr stark, steigt die Ausschüttung des Wachstumshormons HGH. „Dieses Hormon signalisiert dem Körper, Muskulatur zu erhalten und bevorzugt Fett als Energiequelle zu nutzen“, erklärt Lauk. Bleibt dieses Signal aus – etwa bei moderaten Diäten mit 800 oder 1.000 Kalorien –, droht Muskelabbau statt Fettverbrennung. Für Longevity ein klarer Nachteil.

 

Markus Gschweidl, Landesinnungsmeister der NÖ Augen-und Kontaktlinsenoptiker

 

Fastenarten

Heilfasten nach Buchinger:
Mehrtägiges Fasten ohne feste Nahrung, dafür mit Wasser, Tee und Gemüsesuppe (250 bis 500 kcal/Tag). Ziel ist Entlastung, Entgiftung und Aktivierung der Autophagie.


Intervallfasten:
Wechsel zwischen Ess- und Fastenzeiten (z. B. 16:8 bedeutet 16 Stunden fasten, gegessen wird nur innerhalb eines Acht-Stunden-Zeitfensters). Gut alltagstauglich, ideal für Einsteiger und zur langfristigen Gewichtskontrolle.


Basenfasten:
Verzicht auf säurebildende Lebensmittel, Fokus auf Obst, Gemüse und Kräuter. Kein klassisches Fasten, sondern eine sanfte Entlastung.


FX-Mayr-Kur:
Medizinisch begleitete Kur mit Reduktion, Schulung des Essverhaltens und Darmregeneration. Kombination aus Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit.


Saft- bzw. Wasserfasten:
Sehr strenge Formen mit wenig oder keinen Kalorien. Medizinisch umstritten und nur unter fachlicher Begleitung empfehlenswert.


Scheinfasten:
Mehrere Tage sehr kalorienarm (650 bis 700 kcal/Tag), aber mit definierter Nährstoffzufuhr. Ziel: Fasteneffekte ohne kompletten Nahrungsverzicht.

 

Text: Angelika Kraft⎪Fotos: iStock_KonstantinMaslak; Markus Lauk

 

Hier NEWSLETTER bestellen

〰️

Hier NEWSLETTER bestellen 〰️

Weiter
Weiter

Curry-Erdäpfelsalat mit Radieschen und Gurke