Wenn Zukunftsfragen drängen

Schule oder Lehre: Wie soll es nach der neunten Schulstufe weitergehen? Der Weg zum Traumberuf ist heute vielfältiger denn je – und kann überfordern.

Kaum ein Moment ist für Jugendliche so bedeutend wie der Übergang von der 8. in die 9. Schulstufe. Plötzlich wirkt alles endgültig: Soll es Richtung Lehre gehen? In eine BHS? In eine AHS-Oberstufe? Oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Für viele fühlt sich diese Zeit an wie eine Kreuzung mit unzähligen Abzweigungen und dem Gefühl, den „richtigen“ Weg finden zu müssen. Während manche früh klare Vorstellungen entwickeln und ihren Weg geradlinig ansteuern, fühlen sich andere von der Fülle an Möglichkeiten beinahe erstarrt. Nicht nur Jugendliche spüren diesen Druck, auch Eltern stehen vor einer großen Herausforderung. Denn diese müssen eine Balance finden, in der sie ihre Kinder begleiten, ohne sie zu überfordern. Dabei ist Berufsorientierung heute präsenter denn je. Es gibt Workshops, Messen, Beratungsangebote, Online-Tests und schulische Programme, welche gemeinsam ein dichtes Netz an Informationen bilden. Was eigentlich Sicherheit geben soll, kann einem aber auch schnell über den Kopf wachsen. Diese Entwicklung beobachtet auch Bildungsreferentin Corrina Zafaurek, BSc, die in der Arbeiterkammer Salzburg täglich mit Jugendlichen und Eltern arbeitet. Ihrer Erfahrung nach ist Berufsorientierung zwar nicht schwieriger geworden, „aber sie hat an Sichtbarkeit gewonnen, und damit auch an Bedeutung“. Und wo Bedeutung wächst, wächst oft auch der Druck. Doch die berufliche Orientierung muss nicht belastend sein. Im Gegenteil: Richtig begleitet, kann sie ein lebendiger Prozess werden, der Stärken sichtbar macht, Perspektiven eröffnet und jungen Menschen zutraut, ihren Weg zu finden.

 

Corrina Zafaurek, BSc, Bildungsreferentin in der AK Salzburg

 

So begleiten Sie Ihr Kind ohne Druck

  • Interessen erkennen: Beobachten, was Ihrem Kind Freude macht – im Alltag und in der Schule.

  • Vielfalt zeigen: Gemeinsam Messen besuchen und Ausbildungswege besprechen.

  • Ausprobieren lassen: Schnuppertage und Workshops nutzen, um echte Einblicke zu gewinnen.

  • Druck rausnehmen: Die erste Entscheidung ist nicht endgültig – Wege bleiben auch danach offen.

  • Begleiten, nicht drängen: Unterstützen, zuhören und Vertrauen geben.

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Text: Stefanie Harner⎪Fotos: iStock_Rudzhan Nagiev, _izusek, _Angelina Bambina, beigestellt

 

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Wenn sich Jung und Alt zusammentun