Wie gesund ist Österreich?
Wie gesund fühlen sich die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher? Wie steht es um die mentale Gesundheit der Kärntnerinnen und Kärntner? In welchem Bundesland nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner am häufigsten Medikamente? Das alles analysiert der Austrian Health Report jährlich. Durchgeführt wurde die repräsentative Studie unter 1.004 Österreicherinnen und Österreicher im Sommer 2025 vom Institut für empirische Sozialforschung IFES im Auftrag von Sandoz.
Sorge um Medikamentenversorgung
Nicht lieferbare Medikamente, lange Lieferzeiten – die Bilder des Medikamentenmangels der vergangenen Winter sind noch fest in den Köpfen der Bevölkerung verankert. Während zumindest 45 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher die Versorgungssicherheit als (eher) gesichert sehen, sind es in Wien, Niederösterreich und dem Burgendland nur 41 Prozent, in Salzburg nur 40 Prozent.
Anders ist die Situation im westlichsten Bundesland Vorarlberg. Hier sind es 51 Prozent der Befragten, die an einesichere Versorgung mit Medikamenten glauben, gefolgt von der Steiermark mit 49 Prozent sowie Kärnten und Oberösterreichmit je 48 Prozent und 46 Prozent in Tirol. Wenig überraschend ist daher, dass ein deutlich überwiegender Teil derGesamtbevölkerung - 86 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher – die Herstellung von Medikamenten in Österreich als wichtig bzw. sehr wichtig einschätzt. Hier ist man sich über alle Bundesländer hinweg einig: Mit 90 Prozent der Befragten in der Steiermark und im Burgenland bis hin zu 83 Prozent der Befragten in Wien und Niederösterreich herrscht Einigkeit, dass die heimische Medikamentenproduktion zentral für die medizinische Versorgung ist.
Regionale Unterschiede
Während sich die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher (69 Prozent) gesundheitlich (sehr) gut fühlt, gibt es dennoch klare regionale Unterschiede: So bewerten etwa 78 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ihren allgemeinen Gesundheitszustand als (sehr) gut und liegen damit deutlich über dem österreichweiten Wert. Ähnlich gesund fühlt man sich in Tirol und Salzburg (jeweils 71 Prozent) und Wien (70 Prozent). Während sich in derSteiermark und Vorarlberg immerhin noch 67 Prozent in guter bzw. sehr guter gesundheitlicher Verfassung sehen, sind es in Kärnten (66 Prozent) und Niederösterreich (65 Prozent) leicht weniger. Mit lediglich 64 Prozent der Befragten ist das Burgenland hier das Schlusslicht bei der gesundheitlichen Verfassung der Bevölkerung. Anders sieht es bei derpsychischen Gesundheit aus: Knapp 80 Prozent der Wienerinnen und Wiener fühlen sich mental (sehr) fit, das sind rund 10 Prozentpunkte mehr als der Wert fürs ganze Land. Auch im Burgenland (76 Prozent), Niederösterreich (74 Prozent) und Vorarlberg (72 Prozent) sind die Befragten im Gesamtvergleich psychisch überdurchschnittlich gesund. Mit rund zwei Drittel der Bevölkerung in guter bzw. sehr guter mentaler Verfassung liegen die Steiermark und Oberösterreich (je 68 Prozent), Salzburg (66 Prozent) und Kärnten (65 Prozent) im Mittelfeld. Auffallend niedrig ist der Anteil jener, die sich mental gesund fühlen, in Tirol: Nur 58 Prozent der Befragten bewerten die eigene psychische Verfassung als sehr gutbzw. gut. Die Bevölkerung wird immer älter, der Anteil der Menschen mit chronischen Erkrankungen nimmt laufend zu. Das spiegelt sich auch in der Medikamenteneinnahme wider. Die Hälfte der Gesamtbevölkerung nimmt täglich Medikamenteein. Dabei ist die Bundeshauptstadt Spitzenreiter: In Wien nehmen 57 Prozent täglich Medikamente ein, dicht gefolgt von Niederösterreich (56 Prozent) und dem Burgendland (54 Prozent). Mit der Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner liegen Vorarlberg, Salzburg und die Steiermark im Mittelfeld, knapp gefolgt von Tirol (45 Prozent) und Kärnten (42Prozent). Anders ist die Situation eindeutig in Oberösterreich, wo lediglich 35 Prozent der Befragten täglich Medikamente einnehmen und sogar 34 Prozent angeben, seltener als alle paar Monate oder nie Medikamenteeinzunehmen.
Unzufrieden mit Gesundheitssystem
Während national betrachtet lediglich die Hälfte der Bevölkerung mit dem Gesundheitssystem zufrieden ist,sticht Salzburg hier klar heraus: Hier sind es fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent), die (sehr) zufrieden mit dergesundheitlichen Versorgung sind. Danach folgen mit großem Abstand Kärnten (56 Prozent) und Wien (54 Prozent). ImMittelfeld liegen die Steiermark (51 Prozent), Oberösterreich (49 Prozent), Tirol und das Burgenland (47 Prozent). Klare Schlusslichter sind Vorarlberg und Niederösterreich, wo nur 42 bzw. 40 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrer medizinischen Versorgung sind. Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigen sich vor allem die Befragten in Vorarlberg skeptisch. Während in Österreich nur 43 Prozent davon ausgehen, das auch in Zukunftder Zugang zum Gesundheitssystem für alle fair gestaltet wird, sind in Vorarlberg lediglich 27 Prozent, gefolgtvon der Steiermark mit 34 Prozent. Am optimistischen blickt man in Kärnten mit 51 Prozent in die Zukunft, gefolgt von Niederösterreich (48 Prozent) und Wien und Salzburg (je 45 Prozent). Ebenfalls unter dem österreichweiten Ergebnis und somit überdurchschnittlich besorgt um das heimische Gesundheitssystem ist man in Tirol (40 Prozent), Oberösterreich (38 Prozent) und im Burgenland (37 Prozent).
Text: Daniela Rittmannsberger-Kampel⎪Foto: iStock/Ljupco